{"id":163,"date":"2020-05-18T19:05:41","date_gmt":"2020-05-18T19:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/natur.biebertaler-bilderbogen.de\/?p=163"},"modified":"2020-05-18T19:05:41","modified_gmt":"2020-05-18T19:05:41","slug":"bienen-sind-systemrelevant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/natur.bibibo.info\/?p=163","title":{"rendered":"Bienen sind systemrelevant"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/natur.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/BienenIMG_3046-1000.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164\" width=\"502\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/BienenIMG_3046-1000.jpg 1000w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/BienenIMG_3046-1000-300x231.jpg 300w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/BienenIMG_3046-1000-768x591.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 502px) 100vw, 502px\" \/><figcaption>Unsere Bienen wohnen auf dem Flachdach unterm Kirschbaum (1)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Morgen, am 20. Mai ist Weltbienentag \u2013 ein Tag der politischen Lippenbekenntnisse: Letztes Jahr nannte Landwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner die&nbsp;<strong>Biene &#8222;systemrelevant&#8220;<\/strong>&nbsp;und wollte bienenfreundliche Ma\u00dfnahmen auf EU-Ebene st\u00e4rker f\u00f6rdern. &#8222;Was der Biene schadet, kommt vom Markt.&#8220; Leere Worte! Eine Brandenburger Imkerei musste vier Tonnen mit Glyphosat belasteten Honig aus dem Einzelhandel zur\u00fcckrufen. Anl\u00e4sslich der Gr\u00fcnen Woche 2020 wurde die Treppe vor dem Landwirtschaftsministerium mit einem Teil dieses Honigs beschmiert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pro Einwohner 1000 Bienen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Biebertal haben wir gute Voraussetzungen, tats\u00e4chlich etwas f\u00fcr die Bienen zu tun. Die Landwirte wirtschaften nach \u00f6kologischen Gesichtspunkten. Es gibt mindestens 15 Imker mit etwa 160 V\u00f6lkern. Das sind hochgerechnet rund 10.000.000 Individuen. Wahrscheinlich sind es mehr, denn Bieber und Krumbach fehlen in der Auflistung der Frankenbacher Imkerin Susanne Schneider, die ihren Honig auf dem Wochenmarkt in Fellingshausen verkauft.  Wir haben etliche Fl\u00e4chen, die einem Trockenrasen gleichen und auf denen eine Vielfalt von Blumen w\u00e4chst, die f\u00fcr Wildbienen, Hummeln und andere Insekten eine Nahrungsquelle erster Qualit\u00e4t darstellt. (siehe Krumbacher &#8222;D\u00fcnen&#8220;) Zus\u00e4tzlich gibt es viele Obstb\u00e4ume, die f\u00fcr die Honigbiene von gro\u00dfer Bedeutung sind &#8211; und umgekehrt. Das hei\u00dft, ohne die Bienen w\u00fcrden viele B\u00e4ume gar nicht best\u00e4ubt werden.  Weltweit sind es etwa 80%. Die Honigbiene best\u00e4ubt vor allem solche Bl\u00fcten, auf denen sie gut landen kann. Das ist bei allen Obstb\u00e4umen (Rosengew\u00e4chse) der Fall, aber auch bei Lein und Raps.. Aber wer best\u00e4ubt die Bl\u00fcten des L\u00f6wenmauls, die der meisten Wildblumen, der Kr\u00e4uter wie Thymian und Salbei?  Schon zur Winterlingsbl\u00fcte im Februar und noch auf den Chrysanthemen im Oktoberkann man Hummeln beobachten, die auch Mitglieder der Bienenfamilie sind. Sie haben einen hohen Energiebedarf, legen kaum Vorr\u00e4te an und m\u00fcssen bis zu 18 Stunden pro Tag Bl\u00fcten anfliegen. Die geringe Temperaturempfindlichkeit im Vergleich zu Bienen macht sie besonders in regnerischeren Sommern mit niedrigen Durchschnittstemperaturen zu wichtigen Helfern vieler Pflanzenarten, <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/natur.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Salbeiwiese-verbIMG_20200517_144706.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-165\" width=\"577\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Salbeiwiese-verbIMG_20200517_144706.jpg 969w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Salbeiwiese-verbIMG_20200517_144706-300x230.jpg 300w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Salbeiwiese-verbIMG_20200517_144706-768x590.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><figcaption>Wiesensalbei <em>(Salvia pratense) <\/em>auf einer Wiese am Rand von Bieber (2)<br><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der sch\u00f6nen blauen Salbeiwiese, am Ortsrand von Bieber (N\u00e4he Hundedressurplatz) haben wir eine Menge Wildbienen angetroffen. Leider sind wir nicht kompetent, die einzelnen Arten zu bestimmen. Auf jeden Fall ist solch eine Wiese auf relativ magerem Boden ein eintr\u00e4glicher Lebensbereich f\u00fcr alle Arten von Hautfl\u00fcglern. Durch ihre Spezialisierung best\u00e4uben Wildbienen Pflanzen, die die Honigbienen aufgrund ihres K\u00f6rperbaus nicht best\u00e4uben k\u00f6nnen oder links liegen lassen. F\u00fcr eine sichere Best\u00e4ubung von Wild- und Kulturpflanzen braucht es neben den Honigbienen auch eine artenreiche Wildbienenfauna.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video aligncenter\"><video height=\"720\" style=\"aspect-ratio: 1280 \/ 720;\" width=\"1280\" controls src=\"https:\/\/natur.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Schwebfliegen.mp4\"><\/video><figcaption>Schwebfliegen auf Funkienbl\u00fcten <br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Film \u00fcber die wei\u00dfen Funkienbl\u00fcten zeigt einige Schwebfliegen, die sich als<br>Bienen tarnen &#8211; auch Fliegen sind sehr gute Best\u00e4uber. Ich habe eine Sammlung von fast 20 verschiedenen Sonnenbraut-Sorten. Die unten abgebildete Sorte Lucas war mit Abstand der Favorit bei den Bienen. Das hei\u00dft, auch Gartenstauden k\u00f6nnen helfen. Der blaue Natternkopf wird noch nach Sonnenuntergang von einer Vielzahl von Insekten angeflogen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-0e47273b wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/natur.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Helenium-Lucas\u00b4-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-167\" width=\"430\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Helenium-Lucas\u00b4-Kopie.jpg 640w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Helenium-Lucas\u00b4-Kopie-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><figcaption>Sonnenbrautsorte `Lucas\u00b4 (3)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/natur.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/160309-nabu-echium-vulgare-helge-may2.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-169\" width=\"481\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/160309-nabu-echium-vulgare-helge-may2.jpeg 680w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/160309-nabu-echium-vulgare-helge-may2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/natur.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/160309-nabu-echium-vulgare-helge-may2-120x80.jpeg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><figcaption>Gew\u00f6hnlicher Natternkopf (4)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vielleicht haben Sie ein Bienenhotel im Garten<\/strong>. Setzen sie noch eins drauf: Den meisten Mauerbienen und solchen, die L\u00f6cher in den Sand bohren, bietet man damit kein Quartier an. aber ein leicht abgeschr\u00e4gter Sandhaufen an einer Stelle in voller Sonne w\u00e4re eine feine Sache. Dazu m\u00fcssten Sie nur noch ein paar Pflanzen in h\u00f6chsten 1,50m Abstand setzen. Denn da die meisten Wildbienen alleine leben, verteidigt niemand ihr Zuhause, so dass sie sich kaum davon entfernen d\u00fcrfen. <br>Einige Beispiel solcher Wildbienen\/Pflanzen-Spezialisierung habe ich im ANHANG genannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ohne Best\u00e4ubung durch Bienen keine Fr\u00fcchte und keine Samen.<\/strong> Rund 80% aller hiesigen Wild- und Nutzpflanzen werden durch Bienen best\u00e4ubt. Es ist daher kaum verwunderlich, dass an jedem dritten Happen, den wir essen, Bienen beteiligt waren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Quellen:<br>Susanne Schneider, Imkerin aus Frankenbach (Wochenmarkt Fellingshausen) <br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/protest-gegen-die-agrarpolitik-imker-kippen-honig-vor-ministerium\/25438516.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/protest-gegen-die-agrarpolitik-imker-kippen-honig-vor-ministerium\/25438516.html<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.weltbienentag.de\/bienen\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.weltbienentag.de\/bienen\/<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Fotos und Video<br>Eveline Renell:         Bild 2 und 4<br>Winfried Senger:     Bild 1 und Video<br>Helge May, NaBU:  Bild 5<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anhang:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Hochspezialisierte<\/strong>&nbsp;Bienenarten nutzen nur eine Pflanzengattung oder sogar nur eine Pflanzenart. Diesen Extremfall der&nbsp;<strong>Oligolektie<\/strong>&nbsp;(siehe unten) nennen einige Entomologen auch&nbsp;<strong>Monolektie<\/strong>. Ein Bienenfreunden gut bekanntes Beispiel f\u00fcr&nbsp;monolektische&nbsp;Arten ist die <strong>Natterkopf-Mauerbiene&nbsp;<\/strong>(Osmia adunca), deren Weibchen nur am Natterkopf&nbsp;(Echium)&nbsp;sammeln. Viele Gartenfreunde kennen auch die <strong>Zaunr\u00fcben-Sandbiene<\/strong>&nbsp;(Andrena florea), die ausschlie\u00dflich an Zaunr\u00fcben&nbsp;(Bryonia dioica + B. alba)&nbsp;sammelt. <strong>Etliche fr\u00fche Sandbienen <\/strong>(Andrena clarkella, A. nycthemera, A. praecox, A. ruficrus, A. vaga&nbsp;u.&nbsp;a.) sammeln nur an <strong>Weiden<\/strong>&nbsp;(Salix). <strong>Schenkelbienen, <\/strong>n\u00e4mlich&nbsp;Macropis europaea&nbsp;und&nbsp;Macropis fulvipes, sammeln Pollen (und auch Bl\u00fcten\u00f6l) nur am <strong>Gilbweiderich,<\/strong> n\u00e4mlich an&nbsp;Lysimachia vulgaris&nbsp;in Feuchtgebieten und&nbsp;Lysimachia punctata&nbsp;in G\u00e4rten. Solche Bienenarten sind auf Gedeih und Verderben von den Bl\u00fcten ihrer Nahrungspflanze(n) abh\u00e4ngig, und diese finden sie am ehesten in einem ausreichend gro\u00dfen Bl\u00fctenpflanzenspektrum. Der Begriff der&nbsp;Monolektie&nbsp;ist allerdings nicht allgemein akzeptiert, da eine vermeintlich&nbsp;monolektische&nbsp;Art in anderen (s\u00fcdlichen) Teilen ihres Verbreitungsgebietes vielleicht weitere Pflanzenarten und -gattungen nutzt. Bl\u00fctenbesuche an diesen lassen sich nicht nur z.&nbsp;B. im mediterranen Raum neu entdecken, sondern auch in gut sortierten Botanischen G\u00e4rten hierzulande<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Spezialisierte<\/strong>&nbsp;Arten beschr\u00e4nken sich auf mehrere oder alle Gattungen einer Pflanzenfamilie; sie sind im strengen, w\u00f6rtlichen Sinne&nbsp;<strong>oligolektisch<\/strong>. Im umfassenderen Sinne geh\u00f6ren zu ihnen auch die&nbsp;monolektischen&nbsp;Arten. Eine gegenseitige Abgrenzung zwischen beiden Gruppen bzw. Begriffen kann schwierig sein: Im Falle der Sandbienen, die Pollen nur an Weiden sammeln, lie\u00dfe sich der Grad der Spezialisierung kaum nach den beiden Fachtermini entscheiden, da die Familie der Weidengew\u00e4chse&nbsp;(Salicaceae)&nbsp;fast nur die Gattung&nbsp;Salix&nbsp;enth\u00e4lt.<\/em> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.wildbienen.de\/wbi-nahr.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/www.wildbienen.de\/wbi-nahr.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgen, am 20. Mai ist Weltbienentag \u2013 ein Tag der politischen Lippenbekenntnisse: Letztes Jahr nannte Landwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner die&nbsp;Biene &#8222;systemrelevant&#8220;&nbsp;und wollte bienenfreundliche Ma\u00dfnahmen auf EU-Ebene st\u00e4rker f\u00f6rdern. &#8222;Was der Biene schadet, kommt vom Markt.&#8220; Leere Worte! 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