Gastbeitrag von Mari Kneißl, Arbeitsgruppe Bienen im Gailschen Park*

Bienen lieben…

Lila, Blau und Gelb!

Auch die Bienen bevorzugen bestimmte Blütenfarben, während sie andere gar nicht wahrnehmen.
Ganz hoch im Kurs stehen die Farben blau, lila und gelb und darüber hinaus können sie, im Gegensatz zu uns, UV-Licht sehen und werden daher auch von UV-Licht absorbierenden Blüten angelockt.
Dabei weisen UV-Lichtpunkte auf den Blüten den Bienen den Weg zum Nektar. Es handelt sich sozusagen um eine beleuchtete Landebahn.
Bekannte Beispiele sind die Kastanienblüten und die Blüten des Fingerhutes.

Interessante Links zu diesem Thema:


Die Welt durch Bienenaugen – https://vista.ch/einblick/wie-sehen
Wenn Blumen blau scheinen – https://science.orf.at/v2/stories/2872786/
Hummeln fliegen auf blaues Streulicht https://www.weltderphysik.de/gebiet/leben/nachrichten/2017/hummelnstreulicht/
Die Farbe Blau in der Welt der Blüten: Internationale Studie ergründet ihre Seltenheit, Universität Bayreuth https://idw-online.de/de/news765758

Prioritäten der Bienen
Bienen sehen die Farben anders als wir sie wahrnehmen.
Durch die “Bienenbrille” betrachtet sehen die Lieblingsfarben gelb und blau eher aus wie pink und grün, während das Grün unserem Braun ähnelt.


Neben der Farbe ist natürlich möglichst viel Nektar und Pollen von Bedeutung. Wenn die Bienen also beispielsweise ein Rapsfeld gefunden haben, dann fliegen sie nur noch zum Raps. Denn dessen Blüten enthalten besonders viel Nektar und das Nahrungsangebot ist riesig.
Von Bedeutung für die vielen Wildbienen ist ein kontinuierliches Nahrungsangebot: Es beginnt mit den Frühjahrsblühern und endet im Spätherbst.
Minimalistische grüne Graslandschaften entsprechen nicht dem Geschmack der Bienen. Sie bevorzugen außerdem duftende und ungefüllt-einfache Blüten.
Große gefüllte Blütenschönheiten nehmen sie hingegen nicht wahr.
Und dann brauchen unsere Wildbienen und Hummeln Nistmöglichkeiten.
Die Insektenhotels mit vielen kleinen Schlupflöchern sind ein willkommenes Angebot.

Rettet die Bienen!


In Bayern zum Beispiel, wurde unter diesem Motto ein Volksbegehren durchgeführt – mit durchschlagendem Erfolg.
Es geht hier aber nicht nur um die Bienen. Für unsere Honigbienen in den Bienenstöcken sorgen die Imker meist umsichtig.
Letztlich sind die Lebensräume ganz vieler unterschiedlicher Insekten schon seit längerer Zeit bedroht und nun ist das Insektensterben in das Bewusstsein vieler Menschen gerückt.
Mit dem Insektensterben werden viele Pflanzen nicht mehr bestäubt und auch die Vögel und Frösche finden weniger Nahrung im Sommer.
Unbestritten gilt als unmittelbare Hauptursache die ökonomisch im konventionellen Anbau betriebene Landwirtschaft.
Und so sieht der Gesetzesentwurf der Initiative u.a. eine Anhebung der ökologischen Landwirtschaft von derzeit 9% auf 30% innerhalb der nächsten Jahre vor.
Es geht dabei nicht gegen die Landwirte, sondern gemeinsam für einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt.

Und so sieht der Gesetzesentwurf der Initiative u.a. eine Anhebung der ökologischen Landwirtschaft von derzeit 9% auf 30% innerhalb der nächsten Jahre vor.
Es geht dabei nicht gegen die Landwirte, sondern gemeinsam für einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt.

Interessante Literatur zu diesem Thema:


Der stumme Frühling von Rachel Carson,
https://www.google.de/books/edition/Der_stumme_Fr%C3%BChling/RUqHDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&printsec=frontcover
Das verstummen der Natur, Das unheimliche Verchwinden der Insekten, Vögel und Pflanzen. Vorschau mit 34 Seiten:
https://www.google.de/books/edition/Das_Verstummen_der_NaturNkVDwAAQBAJhl=de&gbpv=1&printsec=frontcover
Die Wiese von Jan Haft, Lockruf in eine geheimnisvolle Welt. Vorschau mit 55 Seiten:
https://www.google.de/books/edition/Die_Wiese/xsB1DwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&pg=PT5&printsec=frontcover
Stumme Erde – Warum wir die Insekten retten müssen von Dave Goulson, Hanser. Vorschau mit 53 Seiten:
https://www.google.de/books/edition/Stumme_Erde/9XRPEAAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&printsec=frontcover
Die Insektenwiese – So brummt und summt es garantiert, 55 Expertentipps für Garten, Balkon & Grünstreifen. Vorschau mit 16 Seiten
https://www.google.de/books/edition/Die_Insektenwiese_So_summt_brummt_es_gar/YgDaDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&pg=PA3&printsec=frontcover

Ökologischer Aufbruch
Wenn wir unsere Umwelt erhalten wollen, dann ist ein Umdenken in weit größerem Stil erforderlich.
Es geht um Nachhaltigkeit auch im industriellen Bereich.
Es muss der Ökonomie schaden, wenn die sozialen und ökologischen Kosten bei den letzten in der Kette abgeladen werden.
Das sind in der Tiernahrungskette die Insekten und bei uns die Endnutzer und Zivilbürger

Bienen, Insekten und Vögel wünschen:
 Frühjahrsblüher
 Beeren im Sommer und Herbst
 viele ungefüllte Blüten
 Brennnessel als Nahrung für Raupen
 … und natürlich bunt!
Wir selbst sollten Transparenz fordern, einfache Nahrungsmittel aus der Region nachfragen und unsere nahe Umgebung wertschätzen.

… und als Anregung
Auch wenn die einzelne Aktivität nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so können wir schon mal voran gehen! Wir schenken uns selbst mehr Lebensqualität und sind für Nachbarn und Kinder ein Vorbild. Ein paar winzige Leben können wir ermöglichen und uns selbst unsere eigene Würde bewahren.
Unsere Möglichkeiten beginnen auf dem Balkon oder im eigenen Garten, auch wenn er sehr klein ist: Etwas geht immer!

Leider zählen Zierpflanzen wie Geranien nicht zu den idealen Balkonblumen für Bienen.
Besonders gerne fliegen die fleißigen Helfer allerdings auf Kapuzinerkresse, Glockenblumen,Löwenmäulchen, blühendes Strauchbasilikum oder auf duftenden Lavendel.
Auch eine Kombination aus Erdbeeren und Minze hat sich bewährt.

Weitere geeignete Blumen sind:

Echtes Herzgespann
 Löwenmäulchen
 Stockrose (ungefüllt!)
 Flockenblume
 Mohn
 Ringelblume
 Sonnenhut (Echinacea)

Sedumarten/“Fetthenne“
 Cosmea
 Strohblume
 Goldlack
 Herbstaster
 Roter Klee
 Löwenzahn

Und natürlich die Blauen:
 Glockenblume
 Allium
 Kugeldistel
 Mannstreu
 Phacelia
 Lavendel

Blühender Oregano (siehe oben)
 Blühender Salbei (alle Sorten)
 Blühender Basilikum (alle Sorten)
 Blühender Majoran (alle Sorten)
 Blühende Minzen (alle Sorten)
 Blühender Schnittlauch/Allium (unten: Biene auf Sternblüte einer Alliumkugel)

Speziell für den Schatten
 Buschwindröschen
 Lungenkraut
 Grasnelke
 Leberblümchen
 Schaumblume
 Scharfer Mauerpfeffer
 Astilbe (Prachtspiere)
 Storchschnabelarten
 Helleborus (Christrose/Nieswurz)
 Lamium (Gefleckte Taubnessel)
 Efeu (Hedera helix; bietet sowohl Nahrung als Unterschlupf für Insekten, besonders wichtig
für den späten Herbst)
 Funkiensorten (Hosta)

Quellen und Bilder:
serumwerk bernburg, Wie sehen Bienen die Welt;
Regina Engelke, Plant Pulse; Kosmos Naturzeit, Bienen; Vista Augenpraxen & Kliniken, Vista CH,
Einblick 2020, Naturzeit – Bienen Kosmos verlag.

*1) c Mari Kneißl arbeitet an sechs Grundschulen in Marburg
Pädagogin
Lerntherapeutin
Fachkraft für Sprachförderung
Legasthenie- u. Dyskalkulietrainerin
Imkerin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert