„Du zitterst ja wie Espenlaub“. Das kann bei Kälte und falscher Kleidung schon mal vorkommen. Aber wissen Sie auch, woher dieser Ausdruck kommt?.
Die Espe oder Aspe heißt auch Zitterpappel (= Populus tremula). Wenn Sie beim Zittern Ihre Hände auf die Bespannung einer Trommel legen, ergibt das wohl ganz von selbst ein „Tremolo“. Aber wieso zittert die Espe?

Das Foto zeigt fast kreisrunde Blätter auf einem relativ langen Stiel. Die Besonderheit liegt außerdem im Querschnitt des Stieles. Er sieht aus wie ein Propellerblatt. Alles zusammen ergibt, dass die Espenblätter sich beim kleinsten Windhauch bewegen. Besonders hübsch sieht das aus, wenn die Blätter im Herbst ihre leuchtende Gelbfärbung zeigen. Ein Flirren „wie im sonnigen Süden“.
Das ist die technische Begründung. Doch welchen Vorteil zieht die Espe aus dem Zittern? Sie belüftet sich selbst gut, was ihr Wachstum verbessert. Das Zittern dient möglicherweise der Schädlingsabwehr. Aber da die Espe zu den Pioniergehölzen gehört und mit schlechten Böden und schlechtem Wetter gut klar kommt, werden ihre Blätter bei Sturm und starkem Regen nicht so schnell abgeworfen. Sie drehen sich einfach weg.
Die Espe ist in Deutschland weit verbreitet. Ortsnamen wie Espenschied, Espenau, Espelkamp sind die bekanntesten, aber auch Verbindung mit bach, busch, au, hain, feld, hausen, grund und tal kommen sie vor.
Das Holz wird vielfältig genutzt, insbesondere für Papier, Streichhölzer, Bodendielen. Aus dem Laub kann man Tee machen. Er wird in Apotheken gehandelt und enthält wie die Weiden auch die entzündungshemmende Salicylsäure.
Am Ortseingang von Fellingshausen (von Rodheim kommend) stehen viele Espen. Am Waldrand oberhalb gibt es ein gutes Beispiel für die Widerstandsfähigkeit und den Neuaustrieb. Einige Stämme waren vor Jahren schon umgebrochen. Sie sind aber bogenförmig ausgetrieben und haben Ausläufer gebildet. Unten drunter ließe sich im Sommer wunderbar spielen. Aber es ist eher selten, dass dort oben noch Kinder umherstreifen. Schade!


Widerstandskraft für das Klima der Zukunft
Die Zitterpappel besitzt eine enorme ökologische Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft, was sie für den Klimawandel und gestörte Wälder als wichtige Baumart erscheinen lässt. Die Zitterpappel zeichnet sich durch mehrere Eigenschaften aus, die sie im Klimawandel besonders widerstandsfähig machen.
- Sie wächst auf sehr unterschiedlichen Böden: von Sand und Schotter bis zu feuchten Standorten, oft auch mit wenig Nährstoffen.
- Ihr Anspruch an Wasser und Nährstoffe ist vergleichsweise gering
- Im Unterschied zu vielen wirtschaftlich wichtigen Baumarten (wie Fichte und Buche) leidet sie weniger unter Trockenperioden
- Nach Störungen wie Feuer, Sturm, Dürre oder Schädlingsbefall kann sie sich schnell regenerieren.
- Brände fördern die natürliche Verjüngung, sowohl durch Samen als auch Wurzelbrut.
- Bemerkenswert ist die Bedeutung der Zitterpappel für die Tierwelt.



Obige Liste aus naturadb.de/pflanzen/populus-tremula/
*) Forstpraxis.de/baum-fuer-wandel-zitterpappel-baum-jahres-2026
https://roth.bund-naturschutz.de/natur-vor-der-haustuer/artenportraits/zitterpappel
Fotos 1-3 und Beitragsbild: Eveline Renell

