
Jetzt sieht man auf dem Spaziergang oft Sträucher, die mit ihrem leuchtenden Rot alle Blicke auf sich ziehen. An feuchten Standorten wie oben ist die Herbstfärbung besonders ausgeprägt. Mehr Früchte werden dagegen auf trockenen Standorten gebildet. So schön der Strauch aussieht: Nehmen Sie keine Zweige für die Vase mit nach Hause. Das Pfaffenhütchen (Euonymus europaea, Celastraceae) ist in allen Teilen giftig. Die Blätter fallen sehr schnell ab, und auch die Früchte sind nach 3 Tagen schrumpelig. Die Auswertungen der Giftzentralen ergeben, dass sich kleine Kinder offenbar besonders von den Früchten angezogen fühlen.

Problematisch sind Vergiftungen mit dem Pfaffenhütchen, weil die Vergiftungserscheinungen erst nach 12-18 Stunden auftreten (ähnlich wie beim Knollenblätterpilz, da dauert es sogar um die 30 Stunden).
Wenn man bemerkt, dass die Kinder Pfaffenhütchen gegessen haben, soll man sie unbedingt zum Erbrechen bringen – und natürlich sofort in die Notaufnahme, denn bei 35% der 1-3jährigen treten Magen-Darmbeschwerden auf. Aber es kann auch zu Schockzuständen kommen, Leber- und Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen. Krämpfen, Bewusstlosigkeit und Tod. Nur 2 Früchte verursachten bei einem 7jährigen einen schweren Krankheitsverlauf über drei Tage. 36 Früchte sind für einen Erwachsenen tödlich.


Da auch Tiere vergiftet werden, sollte man den Strauch nicht an Viehweiden pflanzen, denn vor allem Ziegen und Schafe knabbern an allem, was grün ist. Giftig ist übrigens auch das in vielen Gärten gepflanzte hübsche japanische Pfaffenhütchen mit den gelb-oder weißgrünen Blättern. Da sind neugierige Welpen besonders gefährdet.

Das Pfaffenhütchen heißt auf deutsch auch Spindelstrauch. Das Holz eignet sich sehr gut zum Drechseln. Früher stellte man daraus spitze Spindeln her, wie sie in der Zeichnung bei b gezeigt werden.
Und da kam mir der Gedanke, dass Dornröschen deshalb in einen tiefen Schlaf fiel, weil die Spindel aus dem Holz des Pfaffenhütchens angefertigt worden war.
Die Abbildung zeigt unter a den Wollrocken, von dem mit der Hand die Wolle gleichmäßig abgestreift wurde, während sich die immer schwerer werdende Spindel gleichmäßig drehte. Das Gewicht spannt den Faden. Rocken
Quelle: Roth, Daunderer, Kormann: „Giftpflanzen, Pflanzengifte“, Nikol Verlagsgesellschaft mbH und Co KG, Hamburg 1994
Giftnotruf +49 6131-19240
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